Fachausdr√ľcke

Surren im Ohr? Ihr versteht nur noch Nähmaschine? Nein?
Da will wohl jemand nicht wahrhaben, dass er die Näheria hat...

Moderator: Heksana

Fachausdr√ľcke

Beitragvon Bummi » 06.01.2005, 09:07

Fachausdr√ľcke

Abf√ľttern
Eine Verarbeitungsart, bei der die linke Stoffseite mit Futter abgedeckt wird. Dieses k√∂nnen Patten oder Taschen sein, die in diesem Falle gleichzeitig mit dem Futter verst√ľrzt werden.
Bei M√§nteln, Jacken, Kleidern, Hosen und R√∂cken wird beim Abf√ľttern das Futter in das Kleidungsst√ľck eingearbeitet. Hierbei wird unterschieden in eine Ganz- und eine Halbabf√ľtterung. Beim letzteren braucht ein Mantel zum Beispiel nur bis zur H√ľfte abgef√ľttert oder bei einem Kleid kann das Futter nur im Rockteil eingearbeitet werden.

Aufb√ľgeln
Applikationen oder Einlagen, die mit einer Klebschicht versehen sind, k√∂nnen auf eine bestimmte Stelle des Stoffteiles mit Hitze und Druck aufgeb√ľgelt werden.

Ausb√ľgeln
Nach dem Zusammenn√§hen zweier Stoffteile, die Nahtzugaben der Verbindungsnaht von der linken Stoffseite dauerhaft auseinanderb√ľgeln. Die Kanten d√ľrfen sich auf der rechten Stoffseite nicht durchdr√ľcken. Am besten das Material vorher probeb√ľgeln.

Absteppen
Kanten, Kragen, Manschetten, Taschen und auch Verbindungsn√§hte k√∂nnen mit einer Ziernaht versehen werden. Knappkantig steppen hei√üt, dass die Nadel 2 mm von der Kante ins N√§hgut einsticht. F√ľ√üchenbreit absteppen bedeutet einen Abstand von 8 mm zur Kante.

Beleg
Ein zugeschnittenes Stoffteil, das man an noch nicht vers√§uberte Rundungen oder Kanten rechts auf rechts legt, festn√§ht und zur linken Stoffseite umb√ľgelt. Meistens wird ein Beleg nach einer Schnittform zugeschnitten (Formelbeleg). Durch zus√§tzliches aufb√ľgeln einer Einlage erh√§lt dieser eine Festigkeit und verhindert somit eine Ausdehnung bzw. Verformung einer Naht.
Den angeschnittenen Beleg findet man oft an geraden Kanten, wie z.B. an einem Blusen-und Jackenvorderteil mit hochgeschlossenem Kragen. Diese Art wird bei der Schnittkonstruktion direkt an das Schnitteil angezeichnet und braucht nur auf die linke Seite eines Kleidungsst√ľckes umgeb√ľgelt werden.

Blende
Eine Blende wird zus√§tzlich auf die rechte Stoffseite eines Kleidungsst√ľckes aufgen√§ht. Sie dient als Zierde oder auch als Verschluss. Der Zuschnitt erfolgt entweder nach einer Schnittvorlage oder nach genauen Ma√üangaben.

Bruch
Diesen Ausdruck findet man oft auf Schnitteilen. Bruch heißt: hier liegt der Stoff doppelt und erhält an dieser Stelle keine Naht.
In Bruch legen heißt, dass ein Stoffteil zur Hälfte zusammengelegt wird, so dass entweder Webkante auf Webkante oder Schnittkante auf Schnittkante trifft. Das geschieht ohne besonderen Hinweis immer in Fadenrichtung.

Einb√ľgeln
Dieser Ausdruck wird auf Schnitteilen durch wellenf√∂rmige Zeichen angegeben. Er bedeutet, dass eine bestimmte Stoff√ľberweite durch Hitze, Druck und Dampf gestaucht bzw. eingehalten wird. Dies geschieht dann wenn eine Form erreicht werden soll, die dem K√∂rper angepasst, aber alleine durch die Schnittkonstruktion nicht erreicht wird. Es ist das Gegenteil von Dehnen.

Einhalten
Eine Stoff√ľberweite, die sich z.B. am Taillenrand eines Rockes, einer Hose oder an einem √Ąrmelzuschnitt entlang der Armkugel befindet., wird durch Einziehen eines Fadens an angegebener Stelle, mit 4 mm langen Maschinenstichen oder auch kleineren Handstichen 8 mm von der Kante und durch Anziehen eingehalten. Es entsteht hierbei eine leichte Wellung, die bei der Weiterverarbeitung mit eingen√§ht wird. Es d√ľrfen keine Kr√§uselfalten zu sehen sein, nur eine glatte Naht ist richtig. So bekommt z.B., ein glatt eingesetzter Jacken√§rmel an der Armkugel genau die richtige Rundung und somit einen optimalen Sitz.

Einschneiden
Bei Ecken oder Rundungen zum Beispiel wird die Nahtzugabe bei Verbindungsnähten, oder nach dem Annähen eines Beleges bis 2 mm vor die Stepplinie eingeschnitten bzw. eingeknipst. Eckungen und Rundungen legen sich somit leicht und exakt in Form.

Fadenlauf
Ein textiles Gewebe besteht aus Kett- und Schussfäden. Einfacher gesagt: aus Längsfäden (1 Faden = Kette), die parallel zur Webkante laufen, und Querfäden (1 Faden = Schuss), die im rechten Winkel dazu verlaufen. Da ein Kettfaden immer stabiler und reißfester ist als ein Schussfaden, werden die Schnitteile meistens im Längsfadenlauf aufgelegt. Um eine richtige Schnittauflage zu erhalten, wird auf den einzelnen Schnitteilen eine Pfeillinie eingezeichnet.
Der Schrägfadenlauf läuft diagonal zum Längs- und Querfaden und wird zum Beispiel beim Zuschnitt von Schrägstreifen angegeben.

Fixieren
Einlagen werden mit der beschichteten Seite auf die linke Seite eines Oberstoffes mit Hitze und Druck aufgeb√ľgelt. Hierbei schmilzt die Beschichtung – Haftmasse – und verbindet sich mit dem Oberstoff. – Genau wie der getrocknete Serviettenkleber mit der obersten Lage der Serviette :lol: . Vor B√ľgelbeginn sind die Temperaturangaben, die auf den betreffenden Einlagen aufgedruckt sind, zu ber√ľcksichtigen. Fixieren ist eine Verarbeitungstechnik, die durch eine schnelle und dauerhaft tragebest√§ndige Verbindung √ľberzeugt.

Kräuseln
Durch zweimaliges Absteppen einer Kante, zuerst 5mm, dann 8 mm mit 4 mm langen Maschinenstichen, wird durch Anziehen der unteren zwei Fäden (obere Fadenspannung etwas lockerer einstellen) die Mehr- bzw. Überweite eines Stoffteiles eingehalten. Es entstehen kleine Rollfältchen, die bei der Weiterverarbeitung bzw. beim Ein- und Annähen eine sogenannte Kräuselung ergeben.

Mehrweite
Bei einer Verbindungsnaht, z.B. eines Vorderteiles und eines R√ľckenteiles an der Schulter wird festgestellt, dass der r√ľckw√§rtige Schulterzuschnitt etwas breiter ist. Diese Mehrweite wird w√§hrend des N√§hvorganges eingehalten.

Nähgut
Bezieht sich auf alle Stoffmaterialien, deren Zuschnitt vollendet ist und die der Weiterverarbeitung unterliegen.

Nahtzugabe
Wörtlich gesagt: Die Zugabe der Nahtlinie. Sie ermöglicht eine Verbindung mit einem weiteren Stoffteil, wobei diese Zugabe (meistens 1 cm) abgenäht wird und am fertigen Modell nicht sichtbar ist.

Schnittlagebild Eine Hilfestellung f√ľr den Stoffzuschnitt, bei der in einer grafischen Verkleinerung dargestellt wird, wie die einzelnen Schnitteile optimal nach Stoffverbrauchsangaben auf den Oberstoff aufgelegt und zugeschnitten werden.

√úbertritt – Obertritt – Untertritt
Ein Überlappen von zwei fertig genähten Kanten (beispielsweise Bundenden), bei der die eine Kante (Untertritt) unter der anderen (Oberkante) liegt.

Umbruch Auf verschiedenen Schnitteilen als Linie angegeben. Entlang dieser Markierung wird das zu verarbeitende Stoffteil umgeschlagen.

Versäubern
Die Schnittkanten von zugeschnittenen Stoffteilen werden, um ein Ausfransen zu verhindern, entweder mit einem Zickzack-Stich oder mit dem Überwendlingsstich (Overlock) abgenäht. Bei Futterstoffen kann hier auch eine Zackenschere verwendet werden.

Verst√ľrzen
Um einen sauberen Kantenabschluss von zwei Stoffteilen zu erhalten, werden diese rechts auf rechts liegend (rechte Stoffseiten) zusammengen√§ht, und anschlie√üend umgest√ľlpt, so dass die rechte Stoffseite au√üen, die Nahtzugabe innen liegt. Die so entstandene Kante mit Naht wird in Form gebracht und glattgeb√ľgelt.

Webkante
Stoffe werden in bestimmten Breiten gewebt, deren seitliche Kanten bedingt durch die Herstellungsart, einen Abschluss bekommen, der nicht ausfranst.
_________________
Bummi
 

Re: Fachausdr√ľcke

Beitragvon steffi76 » 22.05.2012, 16:36

Das nenn ich mal eine hilfreiche Liste! Als Anf√§nger ist man ja st√§ndig um den korrekten Ausdruck verlegen. Danke daf√ľr.
steffi76
 
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Registriert: 11.05.2012, 11:05


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