Rezept f├╝r Wurstf├╝lle aus Schlesien

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Moderator: Waldschrat

Rezept f├╝r Wurstf├╝lle aus Schlesien

Beitragvon ZILLY » 21.11.2013, 13:28

Ach M├Ądels, nun ist es ja im November Tradition Schlachteplatte zu essen.
Hier oben im Norden gibt es die Wellwurst nicht.
Auch habe ich etliche Versandmetzger bem├╝ht und nicht die " richtige " Schlachtplattenwurst gefunden.
Jene Wurst,
die man hei├č macht und die aus der Pelle " quillt ", mit Sauerkraut Pellkartoffeln oder Kartoffelbrei isst.
Habe einige Bestellungen get├Ątigt und war durchweg ent├Ąuscht worden, da ich "DIE" Schlachtewurst nicht gefunden habe. ( Leberwurst/Blutwurst frisch )

Nun bin ich es leid und mache jene helle ( Leber)wurst selbst.
Allerdings als Pfannengericht, da es nicht notwendig ist, sie in Pelle zu f├╝llen,und es im normalen Haushalt auch nicht m├Âglich ist.
Meine Mutter kam aus Schlesien ( bei Breslau ) und jene Wurstf├╝lle war ein Lieblingsgericht von uns.

( wegen copyright -- kann ich nichts dazu schreiben, da es ein Familienrezept ist -ein traditionelles Kindheitserinnerungsgericht.)
Ich hoffe nichts zu vergessen, da ich dieses Rezept aus dem Ged├Ąchtnis schreibe..

Schlesische Wurstf├╝lle

500g Schweineleber
1000g Schweinebauch
2-3 Zwiebeln
3 Lorbeerbl├Ątter
Salz/Pfeffer ( auch als K├Ârner)
2 alte Br├Âtchen
1 Scheibe Graubrot
Majoran

Schweinebauch mit den Zwiebeln und Lorbeerbl├Ąttern und Salz/Pfeffer kochen .
Fleisch und Zweibeln herausheben.( Lorbeerblatt und Pfefferk├Ârner entfernen.)
2 alte Br├Âtchen mit Br├╝he ├╝bergiessen und einweichen lassen.

Schweineleber (roh ) ,den Bauch und die Br├╝h-Zwiebeln durch den Fleischwolf drehen,
danach die aufgeweichten Br├Âtchen durchdrehen
Es kann auch noch eine frische Zwiebel durchgedreht werden.
zum ausputzen des Fleischwolfes wird ein Scheibe Graubrot zum Schlu├č durchgedreht.

Die Masse wird nun durchgemischt und etwas Majoran dazugetan.
Diese Masse nun in der Pfanne bei mittlerer Hitze garen.
Das hei├čt durch wenden und r├╝hren die Masse erhitzen bis auch die Leber gar ist.
Abschmecken ( Salz Pfeffer Majoran )
Dazu isst man frisches (einfaches )Sauerkraut ( kein Weinsauerkraut)
Es k├Ânnen Pellkartoffeln dazu gegessen werden oder Kartoffelbrei.
Es ist ein k├Âstliches Gericht.
Es sieht zwar nicht so aus, wie ein Gourmet-Gericht der neuen K├╝che,
aber es ist ein urtraditionelles Herbstgericht.

Ich werde es morgen kochen mit meiner Nachbarin,
da sie Besuch bekommt und dieses Gericht auf den Tisch bringen m├Âchte.
Es wird ein Drehfest mit 1 Kg Leber und 2 Kg Schweinebauch, da es beliebig erweiterbar ist.
Immer doppelt soviel Schweinebauch wie Schweineleber ist das Grundprinzip.
Ich hoffe das es reicht, denn die Erfahrung hat es gebracht es ist niiie genug F├╝lle da..
kichert*

---------------
Es gibt auch noch ein " Blutwurst-Schlacht-Gericht " da sich " Tote Oma " nennt.
Das aber war kein Familiengericht bei uns, warum wei├č ich nicht.
Denn ich esse auch seehr gern " Rote " Wellwurst/Schlachtwurst.

Ich mache mich noch weiter auf die Suche nach der echten guten traditionellen
frischen Schlachtewurst.
Ach seufzz.. schade da├č es sie anscheinend so selten gibt, die K├╝chen/Essens-w├╝nsche haben sich ge├Ąndert.
ZILLY
 

Re: Rezept f├╝r Wurstf├╝lle aus Schlesien

Beitragvon Schwester » 21.11.2013, 16:19

Hallo Zilly!
Ich finde es ganz toll das Du uns an Deinen Kindheitserinnerungen teilhaben l├Ą├čt!
Mein Geschmack ist es leider nicht so ganz, aber solche Erinnerungen an die Kindheit sind doch etwas Sch├Ânes und jeder ├╝berlegt doch gleich was es es bei ihm/ihr selber war.
Mir fielen gerade die Th├╝ringer Kl├Â├če meiner Oma ein, die sie selber gemacht hat...
Liebe Gr├╝├če, Heike
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Re: Rezept f├╝r Wurstf├╝lle aus Schlesien

Beitragvon Naseweis » 21.11.2013, 22:17

Meine Eltern haben fr├╝her auch fast alles selbst verarbeitet. Ich erinnere mich noch etwas. Da war immer viel los. Meine ├Ąlteren Geschwister halfen mit. Ich als Nesth├Ąkchen fand das sehr aufregend. Aber vieles mochte ich nicht. Das hat sich heute ge├Ąndert. Nur fett darf es nicht sein. Danke f├╝r das Rezept, liebe Zilly.
Liebe Gr├╝├če von Christa
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